Gender Pay Gap – oder der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen

Zwischen SEINEM und IHREM Bruttolohn gab es statistisch ausgewertet auch im Jahr 2021 immer noch eine ordentliche Differenz. Vergleicht man Entgelte von Männern und Frauen, die dieselben Qualifikationen besitzen, in einem ähnlichen Betrieb oder in der gleichen Branche arbeiten, klaffen da immer noch 6 Prozent Unterschied. Das kann nicht auf schlechtere Ausbildung zurückgeführt werden und berücksichtigt sind in diesem Vergleich natürlich Unterschiede, wie Vollzeit, Teilzeit oder Praktikum.

Gilt das für alle Länder?

Deutschland ist in dieser Frage kein löblicher Vorreiter. Vorbilder dagegen sind Italien, Luxemburg und Rumänien, bei denen der Gender Pay Gap bei unter 5 Prozent liegt.

Woran liegt das?

Zunächst an unser aller Denken. Egal ob Mann oder Frau – historisch gewachsen meinen viele noch, ein Unterschied von 3 Prozent wäre normal und angemessen. Es wird nicht mal als Diskriminierung angesehen, sondern darauf zurückgeführt, dass viele Frauen sich freiwillig dafür entscheiden, die Familienarbeit zu übernehmen und dafür gern auf eine große Karriere zu verzichten. Oftmals entscheiden sich Frauen aus diesem Grund auch für Jobs, die ohnehin mit einem geringeren Stundenlohn vergütet werden. Das hat natürlich zur Folge, dass einige Frauen deshalb bereits bei den Einstiegsverhandlungen bescheidener auftreten, als ihre männlichen Mitbewerber.

Falschen Beruf gewählt?

Machen wir uns nichts vor, es gibt sie immer noch, die stigmatisierenden Rollenbilder. Dazu gehört natürlich auch, von „typischen“ Frauenberufen zu sprechen. Beispielsweise Pflegeberufe, die werden persé oft schlechter vergütet, obwohl eine beachtliche körperliche und psychische Leistung erbracht werden muss. Daraus lässt sich schließen, dass weibliche Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt weniger gewertschätzt werden, was man durchaus Diskriminierung nennen darf! Wenn wir uns darüber hinaus auf Führungsebenen umschauen, wird noch deutlicher, dass es in manchen Berufsgruppen dort kaum einen Platz für Frauen zu geben scheint.

Was kann man dagegen tun?

Jedes Jahr findet der Equal Pay Day statt und markiert symbolisch den Tag, bis zu welchem Frauen umsonst arbeiten, wenn man ihren Verdienst mit dem durchschnittlichen Jahreseinkommen der Männer vergleicht. Zum ersten Mal gab es den Equal Pay Day in Deutschland am 15. April 2008. Letztes Jahr fand er am 10. März 2021 statt. Es gab also eine kleine Verbesserung in den letzten Jahren.

Neben Aktionen wie diesen müssen Frauen selbst aktiv werden, um die Lücke zu schließen. Sie sollten unbedingt selbstbewusster in Gehaltsverhandlungen gehen und eine gerechte Bezahlung einfordern. Zudem ist es wichtig, schon als junge Frau Förderungen und Entwicklungschancen wahrzunehmen (bzw. einzufordern), damit sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stetig erhöhen. Frauen, die eine Familie haben, aber ihre Arbeitszeit dennoch nicht reduzieren möchten, sollten sich trauen, mit ihrem Partner über geeignete Modelle zu sprechen und eine andere Aufteilung von Arbeit und Kindererziehung von diesem verlangen.

An die Zukunft denken?

Wer sich im Moment darüber noch keine Gedanken macht, sollte bedenken, dass der Verdienstunterschied für die Frauen nicht folgenlos bleibt. Spätestens im Ruhestand kann es durchschnittlich gesehen zu einem weitaus geringeren Rentenanspruch kommen. Und es gibt noch eine andere Falle. Das Ehegattensplitting führt nämlich auch dazu, dass verheiratete Frauen oft weniger arbeiten, da es sich steuertechnisch nicht lohnt.

Nur Mut!

Dort wo einheitliche Tarife gezahlt werden, kann man das vom Betriebsrat sicherheitshalber mal checken lassen. Bei Kleinstunternehmen, wie Zahnarztpraxen kann sich für beide Seiten ein stufenweiser Entlohnungsplan bewähren. Der Zahnarzt/die Zahnärztin wird sich bei Neueinstieg erst einmal über die Arbeitsqualität der Fachkraft vergewissern wollen. Wenn die Chemie menschlich und fachlich passt, stehen die Chancen gut, so nachzuverhandeln, dass es nicht zu viel zum Sterben und nicht zu wenig fürs Leben, sondern die gerechte Entlohnung für wertvolles Arbeiten im Team ist! Eine Investition, die sich für beide Seiten rechnet!

Neue Qualitäten im Mitarbeitergespräch

Das Jahr geht zur Neige und gewöhnlich finden am Anfang eines neuen Jahres Mitarbeitergespräche statt. Das ist mittlerweile gelebtes Ritual in den meisten Praxen. Manch ein(e) PraxisinhaberIn stellt sich ungeschickt an, manch ZFA empfindet ein solches ‚künstlich erzwungenes‘ Gespräch als unangenehm oder gar sinnlos. Dabei ist es aber eine Chance für beide Seiten und das wollen wir im Nachfolgenden ein wenig unter die Lupe nehmen.

Wann sind Mitarbeitergespräche kontraproduktiv?

  • Wenn es bei Mitarbeitergesprächen nur um Gehalts- oder Prämienzahlungen geht, verbaut man sich eine offene Atmosphäre und verhindert den Austausch über Ziele und Entwicklungsperspektiven. Nicht selten ist ein Interessenskonflikt vorprogrammiert.
  • Es gibt eine Reihe von Leistungen, die sich gar nicht messen lassen und werden die nicht berücksichtigt, gehen gute Verhaltensweisen bei der Beurteilung unter. Gibt es eine ZFA, die bspw. über hohe empathische Fähigkeiten verfügt, auf Patienten besonders einfühlsam eingehen und das Team-Klima befrieden kann, lässt sich das in Zahlen so gut wie gar nicht messen.
  • Wenn dieses Gespräch wirklich nur darauf abzielt, erbrachte Leistungen zu analysieren, zeigen sich zwei weitere Knackpunkte. Ersten, nicht jede Leistung kann einer konkreten Person zugeordnet werden und zweitens, manch ein(e) PraxisinhaberIn kann bspw. in Großpraxen gar nicht mehr  erfassen, was alles zum Leistungsspektrum gehört.
  • Beurteilt ein(e) ChefIn unter Einwirkung von Klischees (bspw. eine ZFA ist großflächig tätowiert) ihre Angestellte oder ist sie zu weit weg vom Praxisalltag in den kleinen Dingen, kann das durchaus das faire Urteilsvermögen trüben. Deutlich würde das werden, wenn sich zu der zu bewertenden Person verschiedene Menschen äußern würden. Außerdem kennen wir alle den Ähnlichkeitseffekt. Die Menschen, die uns in Bezug auf Interessen, Hobbys oder Charaktereigenschaften ähnlich sind, haben oftmals einen Sympathiebonus.
  • Ganz tückisch ist der Überstrahlungseffekt. Ein Mensch glänzt mit einer hervorragenden Leistung/Eigenschaft, was in uns die Denke auslöst, er müsse an anderer Stelle ebenso brillant sein. Freundlichkeit suggeriert durchaus Fachkompetenz und dass besonders attraktive Menschen regelmäßig positiver beurteilt werden, ist auch bekannt.
  • Ja und dann gibt es noch eine Erinnerungs-Falle. Nämlich die, dass uns fast immer die letzte bedeutsame Wahrnehmung am stärksten im Gedächtnis bleibt. Sprich, eine ZFA hat das gesamte Jahr komplett engagiert durchgezogen, aber in den letzten Monaten schwächelte sie aus privaten Gründen. Das kann ebenso zu einer Wahrnehmungsverzerrung und Fehleinschätzung führen.

Was macht Mitarbeitergespräche zu einem kommunikativen Miteinander?

  • Dass das Teamklima in einer Praxis gut ist, spiegelt sich nicht zuletzt in einer offenen, ehrlichen und fairen Gesprächskultur wider. Also wenn beide Seiten mit der Vorstellung, damit einen Gewinn zu erzielen, in ein solches Gespräch gehen, kann es konstruktiv und durchaus locker zu-, wie motivierend ausgehen.
  • Zunächst braucht es das gleiche Verständnis, dass es in einem solchen Gespräch um eine Retrospektive (Rückblick), um ein Feedback und über eine Zukunftsgestaltung geht. Und das bitteschön beidseitig.
  • Als Methode dafür hat sich die klassische Feedback-RegelWWW“ bewährt. Man startet mit einer sachlichen Beschreibung seiner Wahrnehmung. Erklärt, wie das Wahrgenommene auf einen persönlich gewirkt hat (Wirkung) und äußert am Ende seinen Wunsch (ändern oder beim positiven Feedback gern auch beibehalten. Sich gegenseitig Feedback geben, braucht allerdings das beidseitige Einverständnis und am Ende muss auf Rechtfertigungen bzw. Entschuldigungen verzichtet werden. Jeder darf das Gehörte mitnehmen und für sich selbst entscheiden, was er sich davon annimmt, was er ändern will und was ihm abgeht. Wichtig ist, dass man zumindest bei den ersten 2 „W“ nur in der Ich-Form formuliert und sich der Feedback-Empfänger am Ende bedankt.
  • Also warum nicht selbst als ZFA um solches Gespräch bitten? Manchmal geht es ja auch um fachliche Dinge und Hinweise zur persönlichen Weiterentwicklung. Da wäre es schade, wenn diese gesammelt und dann nur einmal im Jahr angesprochen werden.
  • Für beide Seiten gilt, dass man sich sehr gut vorbereiten sollte. Mal so zwischen Tür und Angel wirkt wenig wertschätzend. Eine ruhige Umgebung, also kein klingelndes Telefon oder Patientenrufe sind unabdingbar.

Fazit

Werden Mitarbeitergespräche weniger als Rückblick, sondern vielmehr als Chance für Verbesserungen deklariert, fördert das wiederum einen vertrauensvollen und offenen Umgang in der Praxis. Allerdings müssen sich beide Seiten sicher sein, dass ihnen offene Kritik nicht negativ angelastet wird.

Es sollte mehrmals im Jahr miteinander gesprochen werden. Verschiedene Gelegenheiten bieten sich garantiert, wie bspw. nach einem überdurchschnittlichen Einsatz, nach Weiterbildungen oder nach einer Vertretung im Krankheitsfall. Wichtig ist, dass solche Gespräche immer nur unter vier Augen stattfinden dürfen.

Mit zunehmenden Maße verschwimmen in der Gesellschaft hierarchische Grenzen. Menschen, die miteinander arbeiten, sollten sich unabhängig vom Qualifizierungsstatus reflektieren dürfen. Also fordert Mitarbeitergespräche oder besser gesagt, Entwicklungsgespräche eigenständig ein. Und dann wählt einen Ton, der den Austausch zur ‚guten Musik‘ macht.                                                                      Viel Erfolg!

Arbeiten in einem MVZ oder in einer kleineren Praxis?

Arbeiten in einem MVZ oder in einer kleineren Praxis?

Ist es attraktiver, in einem Zahnärzte-Zentrum, bzw. in einer Dental- oder Praxisklinik zu arbeiten oder macht es in einer kleineren Praxis einfach mehr Spaß?

Diese Frage bewegt wahrscheinlich viele von euch, denn die Großen haben ganz schön an Markt gewonnen und boten die Kleinen aus, ja schlucken sie mitunter.

Sich diese Frage zu beantworten, liegt nun ganz bei euch, aber wir können ein paar Umstände beleuchten, die euch vielleicht helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Zunächst gibt es zwischen beiden eine Konkurrenz-Situation. Um sich am Dentalmarkt zu behaupten, braucht es die Aufmerksamkeit der Patienten. Hier punkten die MVZ wahrscheinlich durch einen anders angelegten Außenauftritt. Es gibt mehr Werbung, vielleicht tolle Printmedien und nicht zuletzt einen moderneren Internetauftritt. Letzteres muss nicht grundsätzlich so sein, wenngleich Großpraxen für das Thema Marketing einfach mehr Budget zur Verfügung haben und es gezielt einsetzen. In kleineren Praxen wird Marketing oft vernachlässigt und nicht selten sind die Homepages älter als 5 Jahre.

Was macht das mit dir?

Wenn du einen Zusammenhang zwischen toller Außenwirkung und dem Stolz dazuzugehören, verbindest, würde es dir wahrscheinlich in einer Großpraxis mehr gefallen.

MVZ punkten auch noch an anderer Stelle. Durch eine zentrale Verwaltung, zu der die Abrechnung gehört, laufen eine Reihe von Prozessen effizienter ab. Das macht sich dann auch bei der Pflege von Patientenakten bemerkbar. Außerdem entsteht durch einen größeren Mitarbeiterpool viel mehr Flexibilität bei der Urlaubsplanung und der Krankheitsvertretung. Hinzukommt, dass sich Patienten freuen, wenn lange Öffnungszeiten angeboten werden. Dort laufen die Behandlungen ganzjährig durch und es kommt zu keinem Abarbeitungsstau aufgrund von Betriebsferien.

Wenn du für dich und deine Familie mehr Flexibilität brauchst, könnte dir der Wunsch nach speziellen Arbeitszeiten in einem MVZ besser erfüllt werden. Aber wenn du ein Typ bist, dem das Teamklima sehr wichtig ist, kann das bei den Großpraxen u. U. ein Knackpunkt sein, weil es unter den Angestellten schneller zu Reibungspunkten kommen kann. Nicht jeder Mensch ist in einem großen Team gut aufgehoben, weil große Teams mitunter Grüppchenbildung und Mobbing begünstigen. Hinzu kommt, dass die eine oder andere ZFA die Wertschätzung ihrer Arbeit im kleinen Team besser wahrnehmen kann, als in der Anonymität eines großen Teams. Für manche Angestellte ist es sogar viel schwerer, im großen Team ihre Interessen überhaupt durchzusetzen, als in einem kleinen familiären Rahmen.

Also, was ist Dir wichtiger?

Was ist mit der Arbeit an sich?

Also es muss in einer Großpraxis nicht zwingend abwechslungsreicher zugehen. Ganz im Gegenteil. Die Effizienz entsteht insbesondere dadurch, wenn Tätigkeiten spezifisch zugeordnet werden. In einer kleineren Praxis müssen alle alles können und damit wechseln die Anforderungen häufiger, nicht zuletzt durch den Ausfall von Kolleginnen.

Was also magst Du mehr? Gleichbleibende Routine, die dich durchaus zur Spezialistin machen kann oder das Format eines Tausendsassas?

Richten wir jetzt noch das Augenmerk auf die Patienten. Stets geöffnet, gute Erreichbarkeit sind echte MVZ-Locker, aber desto größer eine Praxis ist, desto größer auch die Gefahr, dass öfters ein anderer Zahnarzt bzw. eine andere Zahnärztin am Stuhl stehen. Vielleicht geht es an der einen oder anderen Stelle auch deutlich betriebsamer, hektischer und damit unpersönlicher zu.

Bist Du jemand, der neben der Zahnheilkunde auch Wert auf persönliches Beziehungsmanagement zu Patienten legt, kannst du das sicherlich im kleineren Praxisformat besser ausleben.

Zum Schluss  noch eine letzte Betrachtung.

In einem MVZ sind Spezialisierungen eher möglich, aber alle werden mehr oder weniger zu „Behandlern“. In den kleineren Praxen stehen Inhaber mit ihrem Namen für die Ergebnisse ihrer Arbeit persönlich ein. Insofern kann es Unterschiede bei den Werten und Motiven geben, wie man mit seinen Patienten umgeht.

Hinterfrage also nicht nur dich, was dir im Arbeitskontext wichtig ist, sondern checke ab, was die Ziele und Visionen deines (zukünftigen) Arbeitgebers sind.

Klaffen Wertevorstellungen auseinander, passt es nicht und dann spielt es keine Rolle, ob es ein MVZ oder eine kleinere Praxis ist.

Was macht eine/n sympathische/n Chef/in aus?

Wie bereits im letzten Blog am 9. August 2021 versprochen, wollen wir uns heute anschauen, was sich zahnmedizinische Fachangestellte von ihrem Arbeitgeber wünschen.

Ziel einer jeden Zahnarztpraxis ist es, zufriedene PatientInnen zu versorgen bzw. zu betreuen. Das möglichst über viele Jahre. Aber genau die PatientInnen sind es, die unterschwellig ein Gespür dafür entwickeln, ob das Klima in der Praxis gut ist. Alle MitarbeiterInnen sind quasi ein Aushängeschild für die gelebte Praxiskultur und ist die angespannt, vermittelt das irgendwie ein unangenehmes Gefühl.

Der Chef oder die Chefin, die die gesamte Verantwortung tragen, müssen neben ihrem Arbeitseinsatz als Mediziner noch ein Team führen. Sie agieren als Führungs-KRAFT und dafür braucht es mindestens:

  • Wertschätzung für das Tun der anderen
  • Zielvorgaben oder sogenannte Leitblanken, die Ermessenspielräume begrenzen
  • ganz viel Vertrauen in das Team und damit einhergehend natürlich auch, das Vermögen Verantwortung abzugeben
  • fachliche Kompetenz, aber ebenso das Bedürfnis, Wissen zu teilen
  • Weiterbildung fördern
  • Entscheidungen treffen, die möglichst alle verstehen, also eine echte Einbindung der MitarbeiterInnen
  • situatives Einfühlungsvermögen
  • Ausgeglichensein, immer gut gelaunt und nicht zu vergessen…humorvoll
  • fähig zu sein, eine konstruktive Kritik zu geben (Feedback)
  • eine Fehlerkultur, die als Chance zum Besserwerden gelebt wird
  • MitarbeiterInnen loben
  • und zu guter Letzt Gelassenheit, um möglichst für alle (auch PatientInnen) eine entspannte Praxisatmosphäre sicherzustellen

Nun sind der Chef und die Chefin auch nur Menschen und unterliegen ebenso all den menschlichen Schwankungen wie Begrenzungen. Trotzdem loht es sich, all das zu checken, was der Chef bzw. die Chefin an den vorgenannten Voraussetzungen mitbringt. Wenn sie zugänglich sind, wenn ihnen selbst an einem guten Praxisklima gelegen ist, kann man ihnen diese Liste zur Selbstüberprüfung durchaus mal vorlegen. Voraussetzung ist aber, dass sie über die wichtigste Eigenschaft verfügen, nämlich fähig zur Selbstreflexion sind.

Schauen wir uns noch einmal 5 dieser Punkte intensiver an!

Loben

Wie oft kommt im Tagesablauf etwas dazwischen? Wie oft verkürzt sich die Mittagspause, weil ein Schmerzpatient außer der Reihe versorgt werden muss? Wie oft managen das die ZFA komplett eigenständig, um ihren Chef bzw. ihre Chefin damit gar nicht zu behelligen? Genau solche besondere Einsätze verdienen ein Lob. Aber dieses Lob muss von Herzen kommen, ehrlich gemeint sein und nicht zu einer inflationären Floskel verkommen Wer jedoch gern gelobt werden will, muss auch verkraften, wenn Kritik geübt wird. Konstruktive Kritik verbietet ein cholerisches Ausflippen, sondern zeigt neben dem Fehler auch die Verbesserung auf. Macht ein Teammitglied einen Fehler, sollten alle vom Lernprozess profitieren, damit dieser Fehler kein 2. Mal wiederholt wird.

Arbeitszeiten einhalten

Gerade wenn eine Zahnarztpraxis neu eröffnet wurde, fehlt es den jungen Chefs meist an Erfahrungen, was einen stressigen Praxisbetrieb ausmacht. Außerdem lasten zumeist hohe Bankkredite auf ihren Schultern. Das kann leicht verführen, das Arbeitspensum über zu strapazieren. Und dabei wird nicht selten vergessen, dass die Angestellten ein Privatleben und nicht unbedingt den gleichen Start-Antrieb haben. Ein guter Chef bzw. eine gute Chefin hat es in der Hand, einen Patienten, der nicht wirklich Schmerzen hat, erneut einzubestellen, damit sein/ihr Team bei ohnehin schon verkürzter Mittagspause nicht auch noch am Abend zu lange überziehen muss. Das ist die Verantwortung gegenüber der eigenen Mannschaft, die durchaus auch mal über die Befindlichkeiten des Patienten gestellt werden darf.

Weiterbildung fördern

Was die eigene Qualifizierung bedeutet, gibt es immer solche und solche MitarbeiterInnen. Viele sind mit ihrer Ausbildung und dem, was sie täglich tun, vollends zufrieden. Aber es gibt auch solche, die sich lebenslanges Lernen auf die Fahne geschrieben haben. Bspw. eine Kollegin, die sich seit Jahren sehr zuverlässig und richtig erfolgreich in der Prophylaxe engagiert. In ihr wächst der Wunsch, sich als Dentalhygienikerin weiterzubilden. Das zu fördern, macht einen guten Chef bzw. eine gute Chefin aus. Selbstverständlich mit Kostenübernahme, die sich mit einer vertraglichen Bindungsklausel absichern lässt.

Ein Teil des großen Ganzen sein

Jede Mutter kümmert sich am meisten um ihr eigenes Baby. Das ist nicht anders bei übertragener Verantwortlichkeit. Werden Arbeitsfelder nach Stärken zugewiesen, wie bspw. Hygiene oder Abrechnung und sogenannte „Hutträger“ definiert, verstärkt es das Gefühl, selbst einen wichtigen Beitrag zu leisten. Wenn diese Aufgabe dann noch Spaß macht, geht man viel motivierter auf Arbeit. Eine solche Form der Delegation bzw. der Mitverantwortung braucht deshalb eine verstärkte Einbeziehung der MitabeiterInnen, ohne dass der /die PraxisinhaberIn das Heft des Handelns komplett aus der Hand gibt.

Der Fels in der Brandung

Da läuft was schief, da wurde falsch entschieden, da gab es eine Patientenbeschwerde. Jede dieser Situationen ist unangenehm und verursacht Stress. Hier die Ruhe zu bewahren und weniger in Schuldzuweisungen zu verfallen, macht die menschliche Größe eines Chefs bzw. einer Chefin aus. Aber was wäre, weil doch keiner von uns fehlerfrei durchs Leben geht, wenn darüber hinaus eine solche Situation noch mit Humor elastisch ausgefedert werden würde? Zu spüren, dass man angstfrei arbeiten kann, dass nicht hinter jeder Ecke der Ärger lauert, fördert das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortlichkeit. Letztendlich geht es darum, ein Königs- und kein Zwergenmacher zu sein und gilt sowohl für sie, als auch für ihn, die das Chef-Zepter in der Hand halten!

Kleiner persönlicher Tipp am Ende.

Man kann auch seine Führungskraft führen. Nicht vorführen, aber selbst mit ganz viel Geduld und Einfühlungsvermögen an die „menschliche Hand“ nehmen. Das gelingt euch doch schon so gut bei euren PatientInnen – da klappt’s auch mit dem Chef bzw. der Chefin. Traut euch!

Was erwartet der/die Chef/in von einer guten ZFA?

Das Arbeiten in einer Zahnarztpraxis ist keine Einbahnstraße. Dort arbeiten Menschen und egal, ob ZFA oder Chef/in, es menschelt und jeder hat Stärken, Schwächen, Macken und Launen. Nur wenn Anschuldigungen im Raum stehen und Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden, leidet das Praxisklima insgesamt. Schauen wir uns deshalb heute als erstes an, was aus der/die Chef/innen-Sicht eine gute ZFA ausmacht. Keine Angst, den Blick umgekehrt gibt es demnächst als Fortsetzung!

Jeder Zahnarzt wünscht sich von seinen Angestellten, dass sie sich sowohl mit der Tätigkeit, als auch mit dem Arbeitsplatz identifizieren. Es geht darum, dass alle an einem Strang ziehen. „Ich mache mir doch hier nicht den Buckel krumm, damit der Chef seiner Geliebten ein neues Auto kaufen kann!“, ist eine verteufelte Einstellung. Wer nicht damit leben kann, dass es Gut- und Besserverdiener gibt (die sich im Übrigen für diesen Stand viel aufwändiger qualifizieren mussten, Verantwortung für Praxis und Patienten übernehmen und obendrein ein unternehmerisches Risiko tragen), der sollte sich nach einem anderen Job umsehen.

Eine wünschenswerte Einstellung ist:

– Mir als ZFA sind gesunde Zähne wichtig und dafür leiste ich einen nicht unerheblichen Beitrag!

– Das Geld, was in der Praxis erwirtschaftet wird, ernährt uns alle. Deshalb engagiere ich mich.

Egal in welcher Branche man arbeitet, Kollegialität und Loyalität sind unverzichtbare Werte. Loyalität bezieht sich aber nicht nur darauf, dem Praxisinhaber treu und wortlos ergeben zu sein. Loyalität schließt die konstruktive Kritik (Feedback) nicht aus. Aber unter Loyalität versteht sich u. a. auch, dass man alles dafür gibt, damit die Praxis ohne Ausfälle läuft. Sei es eine kraftvolle morgendliche Anstrengung, weil der Bus der Kollegin ausgefallen ist oder die Kinderbetreuung zu besorgen, wenn in der Praxis eh schon extremer Personalmangel herrscht. Kollegialität macht aus, wenn man als Team wirklich zusammenhält und füreinander einspringt.

Eine wünschenswerte Einstellung ist:

– Ich bin ein Teil des Ganzen und gebe möglichst immer mein Bestes dazu.

– Für mich bedeutet ein kollegiales Miteinander, dass es ein ausgewogenes Geben und Nehmen ist.

Kaum einer von uns kann den Schalter einfach so von „Privat“ auf „Dienst“ umschalten. Vor allem dann nicht, wenn Gefühle im Spiel sind. Hatte man bspw. am Vorabend einen schmerzlichen Streit mit seinem Partner und ist man früh unversöhnt aus dem Haus gegangen, bleibt man den ganzen Tag innerlich aufgewühlt. Das darf auch sein. Man darf vielleicht auch immer mal aufs Handy schauen, ob nicht doch eine Entschuldigung reingeflattert ist. Unverzeihlich hingegen sind Konzentrationsschwächen am Stuhl. Falsches Material angerührt etc.? Da hapert es an der Konzentration, was ein no go ist!

Eine wünschenswerte Einstellung ist:

– Ich höre genau hin, wenn mir Arbeitsanweisungen erteilt werden.

– Bei der Arbeit am Patienten bin ich nicht abgelenkt, stattdessen hoch konzentriert.

Ein ganz wesentliches Kriterium für einen guten Praxisbetrieb ist das Verantwortungsbewusstsein. Überall passieren Fehler. Manchmal auch solche, die der Zahnarzt selbst gemacht hat und welche erst durch eine ZFA oder DH entdeckt werden. Hier braucht es aus dem Verantwortungsbewusstsein heraus eine ehrliche Haltung, die wiederum mit einer gelebten Fehlerkultur einher geht. Wenn der/die Chef/in bei Fehlern cholerische Anfälle kriegt und die betreffende Kollegin zusammenfaltet, wird es schwer, offen mit Fehlern oder Versäumnissen umzugehen. Zu einer Fehlerkultur gehört aber auch ein Feingefühl dafür, wie (der Ton macht die Musik!) man Kritik anbringt und wann. Seine/n Chef/in zu korrigieren, sollte daher möglichst diskret erfolgen, so dass keiner vor dem Patienten bloßgestellt wird.

Eine wünschenswerte Einstellung ist:

– Ich bin aufmerksam und korrigiere lieber, als aus Scham etwas zu vertuschen.

– Ich spreche Fehler offen an. Ich trage sie durchaus auch mit ins Team, damit keiner den gleichen Fehler wiederholt (Lernen aus Erfahrung).

Was wohl nicht nur für ZFA gilt, sondern für alle Menschen, die sich der Arbeit mit dem Menschen verschrieben haben, ist das Vorhandensein von Einfühlungsvermögen (Empathie). Das braucht es in einer Zahnarztpraxis ganz besonders. Bspw. die beruhigende Hand einer ZFA auf der Schulter eines Angstpatienten. Betäubung und viele Worte reichen manchmal nicht aus. Hingegen das Gefühl, in diesem Moment ‚verbunden‘ zu sein, wirkt Wunder. Der/die Chef/in bekommen solche Momente vielleicht manchmal gar nicht mit, weil sie absolut hochkonzentriert in ihrer Arbeit aufgehen.

Eine wünschenswerte Einstellung ist:

– Ich gehe auf Menschen ein. Ich habe Verständnis für ihre Sorgen, Nöte und Ängste.

– Ich kann unterscheiden, wer wirklich bedürftig ist oder wer seine Patientenrolle wiederholt ausreizt.

Zum Abschluss noch ein Hinweis für Bewerber/innen. Wenn man sich selbst auf den Prüfstand stellt, sollte man noch einmal ganz klar unterscheiden, was man bei sich als Voraussetzungen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit) sieht und was eigene Stärken ausmachen. Fragt Euch am besten, welche Indikatoren ihr für Eure Stärken in Eurer Freizeit findet. Was verlangt Euch volle Konzentration ab (bspw. Sudoku)? Wo engagiert ihr Euch über die Maßen und bringt Euch kollegial ein (bspw. in einer Sportmannschaft)? Wie geht Ihr mit Kleinkindern und alten Menschen innerhalb Eurer eigenen Familie um? Es reicht nicht nur, eine hervorragend ausgebildete ZFA zu sein, man muss lieben, was man tut!

Freudig zurück an den Arbeitsplatz – so gelingt es!

Vor dem Urlaub ist nach dem Urlaub: Eine ungeduldige Patientin, eine mürrische Kollegin, so viel liegengebliebene Arbeit und der Chef macht Druck – “War ich nicht gerade noch unter Palmen am Meer und jetzt das?“.

Es hat keine 10 Minuten gedauert und Du steckst wieder in der täglichen Routine. Die alten Bekannten, wie Frust, Kritik, Langeweile oder Stress haben sich sofort vorgedrängelt. Wo sind die lustigen Begebenheiten, die Leichtigkeit, die Anerkennung und der Spaß? Trauen sie sich nicht, sich zu zeigen oder übersiehst Du sie?

Von Freude also keine Spur, aber was kannst Du tun, um Dich nicht gleich am 1. Tag runterziehen zu lassen?

Nun, wenn Du Dir die Kernfrage nach dem Sinn Deines Tuns beantworten kann, gelingt es Dir, Dich auf Deine persönlichen Fähigkeiten und Stärken zu konzentrieren bzw. sie einzubringen. Spaß hast Du nämlich dann, wenn Du Deine Arbeit selbst als wertvoll einschätzt und selbst Deine Erfolge siehst, auf die Du stolz sein kannst. Das trägt ungemein zur Motivation bei und lässt Dich entspannt auf die ungeduldige Patientin reagieren und die schlechte Laune Deiner Kollegin elastisch ausfedern.

Zwei Wochen nach dem Urlaub ist die Routine dann wieder ganz präsent und es könnte sich unterschwellig eine bei Seite geschobene Unzufriedenheit bemerkbar machen.

Was ist es? Fehlt es Dir an Abwechslung? Hast Du Konflikte innerhalb des Teams oder ist es die Über- oder Unterforderung, die Dich auf Dauer quälen?

Hilfreich kann also sein, wenn Du Dich selbst fragst, was Dir an Deinem Job besondere Freude bereitet.

  1. Das Arbeitsumfeld in einer toll eingerichteten Praxis?
  2. Die Assistenz in bestimmten Behandlungsbereichen?
  3. Das selbstständige Arbeiten als Prophylaxe-Assistentin oder Dentalhygienikerin?
  4. Das Technische, wie Abdrucknahme und Provisorien-Herstellung?
  5. Die Einhaltung der Hygieneanordnungen?
  6. Die administrative Arbeit, wie bspw. Buchführung und Rechnungswesen?
  7. Oder ist es der intensive Kontakt zu den PatientInnen?

Manchmal reicht es schon, sich im Team darüber austauschen, ob nicht jemand das, was man selbst nicht so gern tut, übernimmt, weil es ihm leichtfällt oder er sogar Freude daran hat. Wenn sich ein Team optimal organisiert, wäre der/die Chef/in nicht gut beraten, das nicht anzuerkennen. Das Zauberwort einer modernen Arbeitsweise heißt nämlich Selbstorganisation!

Doch mehr noch kannst Du selbst für kleine Wunder sorgen!

  1. Wenn Du Pause machen kannst, mache sie konsequent und gehe möglichst an die frische Luft. Egal, was für ein Wetter ist! Durchatmen, weite Sicht und das Leben außerhalb der Praxis beobachten, lädt Deine Batterien ganz schnell auf.
  2. Halte in Deinem Bereich Ordnung. Richte ihn Dir so ein, dass Du Dich dort wohlfühlst, dass es Dein „kleiner Strand unter Palmen“ ist und manchmal können sogar kleine Erinnerung dafür sorgen (bspw. eine Muschel), dass das stärkende Urlaubs-Gefühl punktuell zurückkommt.
  3. Checke Deinen Biorhythmus. Auch wenn Du wegen der Kinderbetreuung immer nur Frühdienste machen willst, kann Dich das stressen, weil Du eigentlich ein Langschläfertyp bist. Versuche das unter Einbeziehung Deiner Familie vielleicht wenigstens an einem Tag anders zu organisieren und entfalte Dich am Nachmittag.
  4. Prüfe Dich, ob Du nicht an Bildungshunger leidest. Vielleicht brauchst Du für Deine persönliche Entwicklung neue berufliche Herausforderungen, weil Du weißt, dass viel mehr in Dir steckt. Dann sprich das offen an und suche gemeinsam mit dem/der Praxisinhaber/in nach Möglichkeiten.

Fazit: Es sind nicht immer nur die äußeren Umstände, die zur Unzufriedenheit beitragen. Es sind oftmals Deine eigenen Überzeugungen und die münden in einen Kreislauf der sich vorauseilende Prophezeiung nennt.

Gehst Du am ersten Tag nach dem Urlaub mit der Einstellung auf Arbeit, dass jetzt alles wieder Sch… wird, beeinflusst das unweigerlich Dein Denken. Unsere Gedanken beeinflussen wiederum unsere Handlungen und so wirst Du Dich entsprechend benehmen. Das führt dann zwangsläufig zu den Ergebnissen, dass Du es keinem recht machen wirst und sie Dir das auch so quittieren. Das Fiese daran ist, es bestätig am Ende Deine negative Eingangsüberzeugung.

Trittst Du hingegen beschwingt und mit freudiger Zuversicht auf einen schönen 1. Arbeitstag Deinen Dienst an und bist Du voller positiver Gedanken, wird es Dein Handeln ebenso leicht und fröhlich erscheinen lassen. Das Resultat wird sein, dass alle ein wenig von Deiner Urlaubsenergie partizipieren. Du selbst bekommst bestätigt, dass der Urlaub Dir gutgetan hat und es auch wieder schön ist, auf Arbeit zu sein und das deckt sich dann mit Deiner positiven Eingangsüberzeugung. Sei Deine eigene Magierin!

Mama geht wieder arbeiten

Schwanger, weg vom Stuhl, bestenfalls eine andere Aufgabe. Elternzeit & -geld optimal geplant. Für Kita rechtzeitig angemeldet. Jetzt der Wiedereinstieg – nur wie?

Die Herausforderung beginnt also schon mit der Schwangerschaft, egal ob Sie für Zahnärztinnen in die Assistenzzeit fällt oder ein erstes Angestelltenverhältnis besteht. Das betrifft auch ZFA. Beide Fachkräfte müssen sofort die Bereiche meiden, wo ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, können also bestenfalls organisatorische oder verwaltungstechnische Aufgaben übernehmen. Da fällt u. U. eine Umsatzbeteiligung weg, die spürbar wird. Selbstständige Zahnärztinnen sind davon übrigens nicht betroffen.

Es empfiehlt sich daher, im Fall einer Schwangerschaft grundsätzlich mit seinem Arbeitgeber zu sprechen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Elternzeit zu gestalten und zwischen den Partnern aufzuteilen. So kann sich auch der Arbeitgeber auf diese Situation einstellen und befristete Interimslösungen schaffen. Auch das Elterngeld fällt abhängig von der Dauer des Erhalts unterschiedlich hoch aus.

Wiedereinstiegszenarien als ArbeitnehmerIn

Wahrscheinlich wird es am Anfang nur mit einem Einschleichmodell in Teilzeit funktionieren und das ist meist die sinnvollste Variante für beide Seiten. Vor allem dann, wenn nach einer zeitnahen Rückkehr noch gestillt wird. Denn solange gestillt und/oder Milch abgepumpt wird, gilt weiterhin das Verbot, in Bereichen mit erhöhter Infektionsgefahr zu arbeiten. Das beschränkt das Beschäftigungsfeld erneut auf Organisation und Verwaltung ein, wofür eine Teilzeitstelle optimal ist.

Nimmt der Vater den 2. Teil der Elternzeit in Anspruch und stillt die Mutter nicht mehr, ist ein Wiedereinstieg auch in Vollzeit möglich. Nur braucht es dafür vor allem eine sichergestellte Kinderbetreuung, weil fortgesetzte Ausfälle sowohl beim Praxisinhaber, als auch bei den KollegInnen, die vertreten müssen, zu Unmut führen kann. Es könnte zum moralischen Spagat werden, weil man einerseits die Familie und das eigene Kind voranstellt, aber andererseits die Mehrbelastung der anderen nicht verantworten will.

Was können Praxis-InhaberInnen tun?

Schaffen Sie Klarheit, wie Sie zum Thema „Schwangerschaft, Elternzeit und Wiedereinstieg“ stehen. Am besten schon gleich im Rahmen Ihrer Stellenangebote und bei der Vertragsausgestaltung. Insbesondere junge Fachkräfte suchen unter diesem Gesichtspunkt faire Anstellungsbedingungen.

Nachfolgende 5 Punkte könnten in Ihr Stellenangebot einfließen, weil davon auszugehen ist, dass sie ohnehin zunehmend gefordert werden:

  1. Rückkehr aus der Elternzeit in ein flexibles Teilzeit-Modell
  2. Weiterbildungsangebote, um für die Überbrückungsaufgaben fit zu sein
  3. Zuschüsse für die Kinderbetreuung
  4. flexible Pausen, um das Stillen vor Ort oder zu Hause zu ermöglichen

Sind Sie InhaberIn einer sehr großen Praxis mit vielen jungen Müttern, lohnt es sich vielleicht darüber nachzudenken, eine Tagesmutter exklusiv zu beauftragen oder Möglichkeiten zu schaffen, dass man sein Baby auch mal mitbringen kann. Das zusammen sind alles wichtige Kriterien, die sehr wirksam zur Mitarbeiterbindung beitragen!

Dentalhygieniker/in – Deine neue Herausforderung?

Als Dentalhygieniker/in arbeitest Du fast mit dem Zahnarzt auf Augenhöhe! Zweifelsohne verdienst Du auch mehr. Doch diese Fortbildung wird Dich fordern.

Das brauchst Du als Voraussetzung:

  • eine abgeschlossene 3-jährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA)
  • bestenfalls langjährige Berufserfahrung als ZFA (1 Jahr Minimum)
  • erfolgreiche belegte Fortbildung zur ZMP oder ZMF
  • mindestens 1-jährige Berufserfahrung als ZMP oder ZMF
  • Nachweis der Kenntnisse im Röntgen und Strahlenschutz gem. § 18a Abs. 3 RöV
  • Nachweis über Maßnahmen in medizinischen Notfällen oder vergleichbare Kurse (Dauer: mindestens 9 Stunden)

So lange dauerts und das musst Du bezahlen:

Du musst viel Zeit mitbringen, denn diese Fortbildung geht über ca. 800 Stunden. Das sind etwa 6 Monate (Vollzeitkurs) oder bis zu 2 Jahre berufsbegleitend. Je nach Anbieter musst Du auch mit bis zu 15.000 € Ausbildungskosten rechnen und das schmerzt vor allem dann, wenn Du die Weiterbildung zur ZMP oder ZMF schon selbst bezahlt hast.

Hier Optionen für eine Kostenübernahme:

  1. Dein/e Chef/in übernimmt diese Kosten komplett. Das geschieht aber nur zum gegenseitigen Vorteil und schließt mindestens aus, dass Du nach der Fortbildung sofort kündigen kannst. Verständlicherweise wird sich Dein Finanzgeber dagegen absichern wollen, was Ihr gut in einer Fortbildungsvereinbarung regeln könnt.
  2. Alternativ überprüfe, ob Du auch eine staatliche Hilfe in Form eines „Aufstiegs-BAföG“ beantragen kannst. Informationen findest Du hier auf diesem Video: https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/das-neue-aufstiegs-bafoeg-die-attraktivste-aufstiegsfoerderung-aller-zeiten-1977.html

Prüfungsverfahren

Die Aufstiegsfortbildung ist in einen „vorklinischen Abschnitt“ (Theorie) und in einen „klinischen Abschnitt“ (Praxis) unterteilt. Üblicherweise wird schriftlich, mündlich und praktisch geprüft.

Aufgaben einer DH

  • Anamnese und die jeweils notwendigen Befunde erheben
  • Zahnfleisch- und Mundschleimhautveränderungen sowie Veränderungen am Zahnhalteapparat und an den Zähnen selbst analysieren
  • Wechselwirkungen zwischen Allgemeinerkrankungen und Erkrankungen der Mundhöhle beurteilen
  • intraorale Befunde erheben, Befunde analysieren und die weitere Behandlung in Absprache mit dem Zahnarzt planen
  • individuelle Behandlungspläne erstellen und erläutern unter fachlicher Berücksichtigung der dentalhygienischen Befundinterpretation
  • nachhaltige Ziele definieren (insbesondere bei parodontal erkrankten Patienten)
  • psychologisch und pädagogisch korrekte Gesprächsführung im Umgang mit dem Patienten anwenden, um eine Verbesserung der Mundpflege zu erzielen
  • praxisorganisatorische Abläufe planen und sicherstellen

Fortbildungsanbieter

Wenn Du planst, eine Ausbildung zur DH zu absolvieren, solltest Du bei der Zahnärztekammer Deines jeweiligen Bundeslands oder ggf. bei etablierten Privatanbietern unbedingt nachhaken und telefonisch oder per E-Mail aktuelle Informationen einholen. Einige Länder-Kammern bieten es gar nicht an und manchmal gibt es keine freien Plätze mehr oder nicht genügende Teilnehmer, so dass der Kurs gar nicht erst stattfindet. Für Sachsen können wir Dir den diesen Fortbildungsanbieter benennen: www.praxisdienste.de/dental/dh-aufstiegsfortbildung der in Leipzig ausbildet.

Man kann im Leben alles verlieren. Geld, Besitz, Güter, Familienangehörige oder liebste Menschen. Nur das, was man im Kopf hat, kann einem keiner nehmen. Lerne für Dich und eine sinnstiftende Erfüllung! DentiFox wünscht Dir viel Erfolg.